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Was, wann, wo?
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Grausame Zucht von Pelztieren in Finnland · Größenzunahme soll Gewinn maximieren · Deutscher Tierschutzbund unterstützt Partnerorganisation

Pressemeldung vom 08.11.2017

Bilder von übergroßen Polarfüchsen, gezüchtet, um möglichst viel Pelz zu liefern, schockierten vor kurzem Menschen und Tierschutzorganisationen weltweit. Die Tiere in den finnischen Pelzfarmen können sich aufgrund ihrer überdimensionalen Größe kaum noch bewegen. Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt seine finnische Partnerorganisation Animalia und appelliert an die finnische Regierung, die grausame Zucht der übergewichtigen Tiere zu stoppen.

„Die Produktion von Pelz ist immer mit erheblichem Leid verbunden – die Tiere leiden und sterben für ein pures Luxusgut“, sagt Dr. Henriette Mackensen, Fachreferentin für Artenschutz und Pelzexpertin beim Deutschen Tierschutzbund. „Dass man zusätzlich bei der Zucht soweit geht, dass sich die Tiere kaum noch bewegen können, nur um den Gewinn weiter zu maximieren, ist grausam. Die finnische Regierung muss diesen Wahnsinn stoppen.“

Kommt ein Polarfuchs in freier Wildbahn gerade einmal auf drei bis vier Kilogramm Körpergewicht, wiegen die Füchse auf den finnischen Farmen mit erschreckenden 20 Kilogramm fünfmal so viel. Sie leiden unter Schmerzen durch Gelenkbeschwerden aufgrund des massiven Übergewichts. Ihre Augen entzünden sich unter den dicken Hautfalten, durch die sie kaum etwas sehen können. Das machen Bilder deutlich, welche die Tierschutzorganisation Oikeutta eläimille dieses Jahr auf fünf Pelztierfarmen in Finnland machen konnte. Die Pelzindustrie spricht von Einzelfällen, in Wahrheit sind diese Bilder aber Alltag auf den Farmen: Bereits 2014 zeigte eine Studie in Finnland, dass mehr als 86 Prozent der auf Pelzfarmen gehaltenen Tiere, kurz vor der sogenannten „Pelzernte“ im Herbst, unter Gelenksdeformationen litten; 20 Prozent waren krankhaft übergewichtig. Die Tierschützer fordern nun eine Verschärfung des finnischen Tierschutzgesetzes: „Das Gesetz muss den Behörden erlauben, selektive Zucht zu verbieten, wenn sie bei den Tieren zu erblichen Schäden führt“, sagt Veikka Lahtinen, Kampagnenkoordinator bei Animalia.

Das Tierschutzgesetz in Finnland ist 20 Jahre alt und soll seit Langem überarbeitet werden. Die Fur Free Alliance, ein internationaler Zusammenschluss von Organisationen gegen das Halten und Töten von Tieren zur Pelzgewinnung, der u.a. Animalia und der Deutsche Tierschutzbund angehören, hofft, dass dies zum Wohl der Tiere geschieht und Pelztierfarmen möglichst schnell verboten werden – wie es in Österreich, den Niederlanden und Tschechien bereits der Fall ist.

Bildmaterial

Bildunterschrift: Die überzüchteten Polarfüchse leiden unter Übergewicht.

 

Copyright: Oikeutta eläimille